128
Metzger, einen kleinen Liebcshandel anzuzetteln. Dasdauerte aber auch nicht lange und mit Einemmal waraller Verkehr abgebrochen und Franz erfuhr von einervertrauten Magd, die gelauscht hatte, daß die Wirthinihrem Sohne jede Hinneigung zu Franz ernstlich ver-boten, und dieser habe fast ohne Widerspruch nachge-gebcn. Franz sah von da an in dem Hause nur nochein Sklavenhaus und verwünschte Alles was darinwar, den Sohn, der sich von dem Herrschteufcl, derMutter, befehlen lasse und vor Allem diese selbst;wenn sic sic hätte vergiften können, cs wäre ihr er-wünscht gewesen. Nun aber blieb ihr nichts, als wosic konnte Unordnung und Unfriede im Hause stiften,und alle ihre Obliegenheiten zu vernachlässigen. Alsdie Wirthin sic über Letzteres zur Rede stellte, erklärteFränz voll Heftigkeit, sie sei keine Magd und nochviel weniger ein Sklav, sie thuc was sie wolle, dafürbezahle ihr Vater Kostgeld. Ohne ein lautes Wortvon sich zu geben, ordnete die Wirthin, daß Fränznichts mehr im Hause zu thun habe, und daß sie nurnoch eine Kostgängerin sei, bis ihr Vater sie abholeund das je eher, je lieber. Darum schrieb Fränz denBrief an ihren Vater und wollte nun nach Laune freiund ledig in der Stadt umhcrlaufcn, die Wirthin abererklärte, daß das nicht angehe, so lange sie bei ihr imHause sei; sei ihr Vater da, könne sie machen, wassie wolle.
Munde hatte, ohne daß cs ihm Fränz zu wissenthat, doch bald erfahren, wo sic war; er kam nun auchoft in den Nautcnkranz und blieb übermäßig lange bei