Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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lich seine innersten geheim gehaltenen Gedanken sichvon unsichtbarem Munde verbreitet hätten, so daß jetztAlles im Dorfe von einer Fenersbrunst sprach, andie man sonst das ganze Jahr nicht dachte? Wärees nicht das Beßte, Alles zu verschieben und zu hin-tertreibcn, bis die Prophezeihnng vergessen ist? Aberwer weiß, wann die Frau wieder aus dem Hause seinwird?

Im Stalle traf Diethelm den Medard, der eingroßes Seil mit Karrensalbe einschmierte und auf seineverwunderte Frage erhielt er die Antwort, daß diesesdas Seil aus der Radwinde sei, das mit Fett getränktals Lunte dienen müsse, um daö Feuer blitzschnell inden Nebenbau auf den Heuboden zu leiten. Diethelmkonnte nicht umhin, auch diese erfinderische Klugheit zuloben, dennoch sprach er davon, die Sache noch zuverschieben, da man an die dumme Prophezeihnngglaube, Medard aber erwiderte:

Just deßwegen müssen wir gleich losschießen. WeilAlle davon schwätzen ist jeder vorsorglich und glaubtNiemand dran, und geschieht jetzt was, da heißt's: dashat sein müssen, das hat kein Mensch gcthan, es hatsein müssen, weil's prophezeit gewesen ist."

Wie doch Alles auch seine Kehrseite hat, das erfuhrjetzt Diethelm; die Wendung, die Medard der Sachegab, war doch überaus sinnreich und sein berechnet,und doch war Diethelm schwer beklommen, schwerer alsje, ihm war's, als wäre die That nicht mehr sein, siewar in fremde Hand gegeben und mußte geschehen,sei er nun willfährig oder nicht.