Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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ihr? Eh' drei Tage vergehen, brcnnt's im Ort."Der Schmied ist so bös, daß er die Thüre zuschlägtund fast den alten Schäferle dazwischen klemmt. DeinKnecht, des Schäferle's Medard hat sich geschämt, daßsein alter Vater so dummes Zeug schwätzt und ist da-von, und die Schulbuben rennen durch's Dorf undschreien überall:In drei Tagen brennt's." Demalten Schäferle sollte man seine dummen Prophe-zeiungen verbieten, aber hier fürchtet sich Alles vorihm und sollt' man's meinen, wo man hört, glaubendie Leut' alle an die Prophezeihung, und da sind dieLeut' hier noch stolz auf ihren Ort. Bei uns daheimin Letzweiler fände man keine zwei alten Weiber, dieso was glauben thäten, und der Ort liegt doch nichtan der Landstraß' wie Buchenberg."

Diethclm griff aus dieser langen Mittheilunggerne den letztangeregten Gegenstand auf; der alteWettkampf, der in Spott und Neckerei überall zwi-schen einem Dorf und dem andern ist, hatte ihnschon viel erlustigt, aber keiner der anwesenden Buchen-berger ging heute darauf ein und Diethelm schien esfast, als ob er Mißtrauen errege, weil er von demSchreckgespenst gar nicht rede, er sagte daher über-lenkend :

Der alt Schäferle hat nichts besonderes prophe-zeiht. Jedesmal, wenn man was an der Spritze zuthun hat, hält man das für ein Wahrzeichen, daß eineFeuersbrunst auskommt, und da ist's am gescheitesten,man macht den Aberglauben zu Schanden und giebtdoppelt Acht, daß kein Unglück auskommt."