117
„Das geht nicht, das könnt' den Leuten verdächtigVorkommen, es muß Alles bleiben, wie es ist. Ichsag' dir's noch einmal, es muß Alles bleiben, wiees ist."
So schloß Diethelm und ging nach dem Hause.Hinter ihm drein aber streckte Medard die Zunge herausund fluchte vor sich hin: „Du verdammter Schein-heiliger, wart' Waisenpflegcrle, popple du nur dieganze Welt an und thu', wie wenn du kein Thicrlebeleidigen könntest, dich Hab' ich, ich halt' dich amStrick um den Hals, du sollst mir's theuer bezahlen,daß du die unschuldigen Schafe verbrennst, du sollstmir nimmer Mäh machen und nicht muksen, wenn ichdich anguck." In der Seele dieses Menschen, bereitzum Verbrechen, empörte sich noch das Mitgefühl fürdie Thiere, die er jahraus jahrein hütete, und diesesMitgefühl verwandelte sich in giftigen Haß gegenDiethelm, und dieser war ihm so erlabend, daß ersich auf die Vollführung der That wie auf eine Lust-barkeit freute.
Diethelm aber, der nach dem Hause ging, lächeltevor sich hin; die Messingschrauben wurden zu sichernHandhaben gegen Medard. Die Zerstörung der Feuer-spritze, das war eine That, mit der er Medard gefan-gen halten konnte, er selber konnte jede Betheiligungleugnen, er konnte mindestens damit drohen, undwenn die Sache heraus kam, so wälzte dieser Vorgangallen Verdacht auf Medard. ES galt nun behutsamin dem Wissen des Waldhornwirths und vielleichtbei einem andern festzustellen, daß und wie Medard