Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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Red' so was nicht; das heißt Gott versuchen,"wehrte die Frau ab und Diethelm erklärte, daß dasnur ein vorübergehender Gedanke war, innerlich aberfühlte er sich erleichtert, seiner Frau den Weg gezeigtzu haben, wenn er sie nicht vorher aus dem Hausebringen konnte, denn allein, von keiner andern Menschen-seele gekannt, sollte die That geschehen.

Heute machte Diethelm keinen Versuch mehr denInhalt des Kutschensitzes zu zerstreuen, er freute sichdes fallenden Schnees, der die Halbkutsche in derScheune ließ und den Schlitten zur Verwendung brachte.

Am Morgen fühlte Diethelm noch einmal einBangen über seinen Vorsatz, und doch war's ihm,als hätte er Jemanden das Versprechen gegeben, ihnzu vollführen. Eben wollte er die geweihte Kerze indas Pfarrhaus schicken, als seine Bruderstochter ausLetzweiler ankam. Noch bevor sie ein Wort redenkonnte, weinte sie laut und erklärte endlich, daß manin G. sage, Diethelm werde ihr keine Aussteuer geben,die Hochzeit nicht stattfinden und sie im Elende bleiben.Man konnte nicht herausbringen woher das Gerüchtgekommen war und das Mädchen, das immer aufder Bank sitzen blieb und nicht aufstand, schwur, daßsie sich ein Leid anthue, wenn das Gerücht wahr sei.Diethelm stand lange still vor dem Mädchen, betrach-tete es scharf, so daß es die Augen niederschlug undsich auf die Brust schlagend, daß es dröhnte, schwurDiethelm:Guck, mir soll die Kerze da auf der

Seele verbrennen, wenn du nicht Alles von mir be-kommst, wie ich's versprochen habe."