Der Reppenberger entschlief bald, aber Diethelmwurde von mühsamen Gedanken wach gehalten. ZumScheine verkaufen und vor den Leuten sich höchlichdarob freuen, aber vor der Ablieferung noch Alles indie Luft sprengen, und mit der hohen Versicherungs-summe sich wieder frisch flott machen — das war dieBestimmung, die endlich so fest stand, als wäre siegar nicht die Geburt seines eigenen Entschlusses, undso ruhig ward er dabei, daß er die Peitsche neben sichsteckte und die des Weges gewohnten Pferde laufenließ und in Schlaf versank wie ein Kind nach demNachtgebete. In Untcrthailfingen vor dem Wirths-hause hielten die Pferde an und Diethelm erwachte,taumelnd schaute er auf und mußte sich besinnen woer war, und im ersten Augenblicke erschien die weiß-verhüllte Gestalt neben ihm wie ein Gespenst. ImDorfe schlief Alles und Niemand bemerkte das Anhalteneines Fuhrwerks, nur Reppenberger erwachte, alsDiethelm mit einem plötzlichen Ruck im gestreckten Trabdavonfuhr.
„Wenn ich nur so.ein Kütschle hätt'wie du," sagteder Reppenberger, „wenn ich meine siebzig Jahre dahüben so 'rumfahrcn könnt', könnten sie meinetwegen inder andern Welt mit mir machen was sie wollen."Und wie nun Diethelm immer weiter sein Glück preisenhörte und wie der Reppenberger erzählte, welch einelendes Leben er führe, empfand Diethelm immer mehrein Wohlgefühl, daß er den Muth und den rechtenWeg gefunden habe, sich eine heitere sorgenfreie Zu-kunft zu sichern. Als der Reppenberger seine Pfeife