Ganz buchstäblich schlug er alle Sorgen in den Wind,und wenn die Frau, die wohl tiefer sah, mit ihmAlles besprechen wollte, hatte er hunderterlei Ausredenund versicherte Martha, sie solle nur auf ihre Sachesehen, er werde die seinige schon auseinander haspeln.Martha war wie alle Frauen vornehmlich auf's Er-halten bedacht und diese durch die kleinlichen Hand-thierungen des Lebens bedingte Tugend erschien Diet-helm in seinen weit ausgreifenden erobernden Planenals engherzig. Martha war schon zufrieden, daß erihrem Drängen nachgab, sich nicht zum Abgeordnetenwählen zu lassen, was er eigentlich nie recht im Sinnehatte und nur jetzt that, als ob er damit seinenliebsten Wunsch opfere.
Fränz bestürmte den Vater, sie, wie er versprochen,nach der Stadt zu bringen, die Mutter aber widersetztesich unnachgiebig diesem Vorhaben. Fränz schwieg undthat als ob sie nicht mehr daran dächte, je mehr esaber Herbst wurde, im Dorfe die Dreschzeit begannund die Wege so grundlos wurden, daß man oft ganzeWochen kaum in's Dorf hinab kam, um so mächtigerwurde die Sehnsucht der Fränz nach dem Stadtlebcn;sie war wie ein Wandervogel, der gewaltsam zurück-gehalten wird vom Zuge. Trotz des Widerspruchs derMutter wußte sie es dahin zu bringen, daß sie denVater auf einer Fahrt nach der Amtsstadt begleitendurfte, und als Diethelm hier nicht, wie er gehoffthatte, Kauflustige für seine Vorräthe fand, ward esihr nicht schwer, ihn zu bestimmen, mit ihr nach derHauptstadt zu fahren. Wie ein Vogel, der angstvoll