Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
88
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Es war nun so hellgemuth daheim, daß Diethelmnur mit Schmerz daran dachte, auf Geschäftsreisen inder Ferne sich tummeln zu müssen. In der Thatkamen jetzt auch von Rcppenberger und Anderen ange-wiesen mehrere Händler, besahen die Vorräthe Diet-helms, konnten aber nicht handelseins mit ihm werdenund die Mahnung, wie sehr die Wolle durch langesLagern an Aussehen und Gewicht verliere, wies Diet-helm leicht von sich, .es war ihm zur Gewißheit ge-worden, daß der gute Schick, auf den er harrte undhoffte, nicht ausbleibe, er glaubte an ihn wie an eineVerheißung und fast noch mehr als an eine solche; es fielihm dabei gar nicht ein, rückwärts dem Urgründe dieserZuversicht nachzuspürcn und mit einem allgemeinenTröste beschwichtigte er das Grübeln, wenn er sichausdcnken wollte, in welcher Weise denn sein zukünf-tiges Glück eintreten solle. Diethelm war jetzt auf-fallend weichmüthig und gutherzig gegen Jedermannund faßte auch immer bessere Vorsätze für kommendeTage; und solch ein Mann, sagte er sich dann oft,solch ein Mann darf nicht untergehen, wenn noch Ge-rechtigkeit bei Gott und im Himmel ist. Ohne esauffällig zu machen, ging Diethelm öfters in die Kircheund im Wirthshaus zum Waldhorn unterhielt er sich vielmit dem Pfarrer, und dieser sagte oft zu den Wirths-leuten und zu Anderen, er habe den Diethelm garnicht so gekannt, unter seinem starkthuerischen Gebarenruhe ein demuthvolles und gläubiges Gemüth, unddabei sei er ein guter politischer Kopf. Diethelm warkein Liberaler, er war zu sehr monarchischer Natur