Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
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wärst, dann wäre ich schon lange in's Wasser ge-sprungen, oder ich hätte mich an einen Baum gehängt"u. dgl. Bei diesen Reden stand das Kind wie einOpferlamm da, und wie cs die großen braunen Augenaufschlug, sprachen Worte und Gedanken daraus, dieNiemand verstehen konnte und wollte, bisweilen wurdeauch Fränz zum Friedensboten gemacht und wurde vonder Mutter nach dem Wirthshaus zum Waldhorn oderin den Stall geschickt, dem Vater leise zu sagen, wenn erAlles wolle aus sein lassen, möge er zum Essen kom-men; oder auch umgekehrt, der Vater schickte Fränznach der Mutter, die sich in der Regel in das Hausdes alten Schäferle, zum Vater von Medard undMunde flüchtete. Natürlich konnte hierbei von einerRinderzucht gar keine Rede sein, und es war nur demguten Naturell des Mädchens zu danken, daß es nichtwiderspenstig und höhnisch gegen die Eltern war.Die Kameradschaft mit Munde, der ein aufgeweckterund äußerst zartsinniger Knabe war, trug viel dazubei, eine gewisse Milde in das herrische und heftigeWesen des Mädchens zu bringen. Als Fränz zurJungfrau zu reifen begann, war sic oft unbegreiflichschwermüthig und still. In jener Zeit begann aberder Fruchthandel und bald darauf die SchashaltereiDiethelms; er nahm nun das Kind so oft als möglichmit auf seine Fahrten, und von da an lernte Fränzdas Leben außer dem Hause als das allein schönekennen und wurde Meisterin einer weitläufigen Ver-stellungskunst, denn wenn man den Diethelm erinnerte,zu welcher Stellung er, der frühere Knecht, gekommen