Achtes Kapitel.
Mit aufsehenerregendem Wagengerassel fuhr Diet-helm in Buchenberg ein, aber es schaute Niemandnach ihm, denn eben läutete die große Glocke, die so-genannte alte Kathrin', die nur bei Sterbfällen undin Feuersgefahr allein angezogen wurde. Dicthelmfühlte wie dieser Klang ihm den Athem stellte. Wär'smöglich, daß seine Frau sich ein Leid angethan? Ermußte die Leute auf der Straße für die arme Seelebeten lassen und konnte nicht fragen. „Wer ist gestor-ben?" fragte er beim Wirthshanse zum Waldhornanhaltend und erhielt zur Antwort, daß man dem altenKüfermichel zum Verscheiden läute. Dicthelm knalltemit der Peitsche. Es war nicht der Mühe werth, umden alten Mann so viel Aufhebens zu machen. Hei-tern Sinnes fuhr er das Dorf hinaus nach seinemGehöfte. Im Hellen Mittagsglanze lag Haus undScheuer und Ställe stattlich da. Das Haus, mit der' Giebelseite nach der Straße gekehrt, von den Grund-mauern bis zum Dache um und um mit graugewor-denen Schindeln vertäfelt, die als Wetterpanzer dienten,öffnete so zu sagen jetzt seinen Mund und erhielt große