Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
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Aufsproffcn einer Pflanze nach erfrischendem Regen,das Hat ihm im Innersten wohl.

Sinnliche Naturen, d. h. solche, die mit mächtigenTrieben ausgestattct sind, neigen auch leicht zu Frei-gebigkeit und Wohlthätigkeit, das Mitgefühl ist rascherregbar und jener dunkle Zusammenhang mit derAußenwelt offenbart sich in Leid und Lust. Was mandie Gutherzigkeit nennt und mit Recht hoch hält, istdurch solchen Ursprung nicht aufgelöst, die Sonne freierErkenntniß färbt die Frucht, der aus dunklem Grundeder Saft zuströmt.

Diethelm empfand eine wahre Glückseligkeit in derAnschauung und in dem Gedanken, wie Viele er labteund erquickte.

Der Wein mundete vortrefflich, und da einmal ausVersehen ausgespannt war und die Frau zu Hausegewiß kein Essen bereitet hatte, ließ sich Diethelmsolches, trotzdem cs noch so früh am Tage war, trefflichschmecken; zankte nun die Frau daheim, so hatte er dochvorgesorgt und der Wein gab Muth zu Allem. DerWirth äußerte in redseliger Weise seine Freude über dieEinkehr Diethelms und erzählte, wie es ihn schon langverdrossen habe, daß er immer ohne anzukehrcn vorüber-gefahren sei.Freilich," setzte er hinzu,früher hat dasHaus kein Ansehen gehabt, aber jetzt, seit ich neu gebauthabe, besuchen mich die Herrschaften aus der Stadt."

Hast deswegen ncugebaut?"

Nein, ich Hab' müssen, ich bin ja abgebrannt."

So?" sagte Diethelm und stürzte ein volles Glashinab.Bist versichert gewesen?"