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3 (1853)
Entstehung
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sein Reichthum ausbreitete, mit dem er Hohes, Unüber-sehbares erobern wollte. Mit Behagen erzählte er zumhundertsten Male der Franz, wie er vor dreißig Jahrenmit dem Stab Ln der Hand und neun Kreuzer in derTasche nach Buchenberg gekommen sei und wie er jetztaustrete, und noch höher hinaus müsseund Alles nurfür dich und für die Meinigen in Letzweiler" schloß erund redete nun Franz in's Gewissen, daß sie den SchäferMunde, der jetzt daheim gewiß auf sie warte, ein- fürallemal aufgeben müsse. Fränz erklärte sich hiezubereitwillig, sie spottete über die Liebschaft mit Mundeals über ein Kinderspiel, nannte ihn ein an Pfennig-wirthschaft gewöhntes Schäferle und sagte geradezu,daß sie nur noch in reichen Verhältnissen leben und sichnicht abplagen möge, wie eine Viehmagd.

An der sogenannten kalten Herberge auf der Anhöhestanden noch drei beladene Wollwagen. Diethelm stiegab und hörte, daß diese Fuhren für ihn seien; er ließnun den Fuhrleuten austischen nach Herzenslust, be-schenkte die Armen und Wanderburschen, die sich wiegerufen eingestellt hatten und geberdete sich überhaupt,als ob er einen großen Schatz gefunden und Geld fürihn gar keinen Werth habe. Er freute sich des dan-kenden Lobes von den Fuhrleuten und horchte aus demVerschlage hinaus nach der großen Stube, denn erwußte wohl, daß die Leute dort den Ruf im Landemachen. Es war aber nicht allein dieser Ruhm, derihn erfreute, er hatte seine Lust an der Freigebigkeitselbst; dieses Auflebcn der Beschenkten durch die Gabe,dieses Erleuchten des Antlitzes gleich dem glänzenden

Auerbach. Dorfgeschichten, Z. Band. 5