Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
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Martha saß jetzt allein, rückwärts schauend in dieVergangenheit und vorwärts nach ihrer einzigen Sehn-sucht, dem Tod. Da hörte sie einen Wagen die Straßedaherfahren, eine Männerstimme rufen, und mit derFreude eines Mädchens, das den Bräutigam erwartet,rief sie zum Fenster hinaus in die Nacht: WillkommenDiethelm! Es antwortete Niemand, sie steckte schnelldie Ampel in die Laterne, eilte hinab und als sie dieAnkommenden sah, schrie sie jammernd laut auf.

Was habt ihr Meisterin?" fragte der Schäfer,dem sein Bruder voraufgegangen war.

Was will der Landjäger?" fragte die Frau.

Das ist kein Landjäger, das ist ja mein Munde,"antwortete der Schäfer, und Munde faßte die Handder Frau, die zitternd und kalt war.

Als Medard in der Stube die Vorgänge Ln derStadt erzählte, preßte die Frau die Lippen und ihrevogclartige Nase wurde kreideweiß, sic sprach kein Wortund schüttelte nur mehrmals mit dem Kopfe. Als sieendlich in ihrer Kammer allein war, warf sie sichauf die Kiffen und weinte hinein und schrie die Worte:AuSborgcr! Vergantet! Letzweiler Lump." Dannrichtete sie sich wieder schnell auf, riß die Kiffen vomBette und schrie wie rasend:Das Alles wird ver-steigert, Alles. Auf's Stroh, auf's Stroh bringst dumich." Und sie warf sich auf das Stroh, weinte lange,bis sie endlich entschlummerte.