Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
58
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zu sprechen kam und dabei das zum Verzweifeln kargeWesen ihres verstorbenen Mannes erwähnte. Sieschickte nun selbst, so oft sich Gelegenheit gab, Allerleinach Letzweiler und Diethelm, nun vollkommen gedeckt,wollte allen seinen Angehörigen gründlich aufhelfen.Ein wirklich ungewöhnlich mächtiger Familiensinn, da-bei aber auch die Lust, frei und offen über ein großesBesitzthum zu verfügen und vor Allem die Ehre undder Ruhm, der ihm dadurch ward, ließen ihn fast keineGrenzen mehr kennen.

Das Hans des Grobbauern, das ehedem von denBettlern gemieden war, zeigte sich seit Dicthelm's Zeitenals die reichste Quelle der Wohlthaten, und es wurdeviel gerühmt, daß Martha nie einem Armen eineabgerahmte Milch gab.

Eine Eigenschaft zeigte sich bei Diethelm in Allem,es war eine unersättliche Ehrbegierde, er hätte lieberdas tiefste häusliche Elend ertragen, ehe er davonetwas in der Welt verlauten und so seine Ehre blos-stellen ließ. Als nun nach fünf Jahren kinderloserEhe die kleine Fränz geboren wurde, war er voll stetenJubels und an dem Kinde schien immerwährend seinganzes Leben zu hängen. Aus dem Gespräche derbeiden Schäfer ist uns noch erinnerlich, welch' eineseltsame Lebcnswcndung Diethelm einschlug und wiebald keine Spur mehr davon übrig war, daß er einstdas Besitzthum seiner Frau wie ein Dienstbote be-trachtet hatte. Er schien fortan keine Ruhe mehr inseinem Hause und in seinem ganzen Leben zu haben;es kam hierüber zu heftigen Erörterungen, und Diet-