Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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Jetzt aber war in ihm der gerechte Grund ihres Un-willens längst vernichtet und abgebüßt und mit schnei-dendem Spott erklärte er seiner Frau, daß er nicht,wie sie, kein Herz für seine Familie habe.

So verkehrt es auch war, daß Diethelm seinerFrau ein Verhältniß zum Vorwurf machte, das dochnur um seinetwillen eingetreten war, so wirkte diesdoch so erbitternd auf Martha, daß sie, ohne ein Wortzu sagen, mit hervorgequollenen Augen, mit knirschen-den Zähnen und zitternd gekrallten Fingern auf Diet-helm eiudrang, als wollte sie ihn in Stücke zerreißen.Diethelm stand starr und regungslos bei diesem An-blicke. So hatte er sich nie gedacht, daß seine Frau wer-den könne. Als sie nun ihm ganz nahe war, verzerrtensich ihre Mienen zur grimmigsten Fratze, aber sie legtenicht Hand an ihn, sondern stieß nur einen unartikulirtenSchrei höchster Verachtung aus und verließ die Stube.

Von jenem Tage an und gerade aus dem Aus-bruch von so mächtigen Zorn- und Haßgedanken wareine seltsame und doch wieder so leicht erklärliche Ein-kehr in den Gemüthern der beiden Ehegatten vorge-gangen. Diethelm erkannte und sprach es aus, daßer seiner Frau unrecht gethan, da sie vollberechtigt sei,in der Verwendung ihres Besizthums darein zu redenund erklärte nun die Hülflosigkeit seiner Angehörigen,und wie er sich schämen müßte, selber im Ueberflufsezu leben, während seine Nächsten darbten. Auch Marthaerkannte dies und daß sie ungerecht gegen ihren Manngewesen, aber ausdrücklich bekennen konnte sie dasnicht, obgleich sie oftmals auf Dicthclm's Gutherzigkeit