Knecht zu betrachten, denn er verfügte über nichts inHaus und Feld, ohne vorher die Frau darum zu befragen.
Büchenberg gehört noch zu jenen Dörfern, woAlles mit einander verwandt ist, weil die großenBauern nur unter sich heirathen. Um so glücklicherdurfte sich Diethelm schätzen, vom fremden Knechte zumreich angesessenen Hofbauern erhoben zu sein. Er schiendas auch zu erkennen. Bald aber erhielt Martha dieKunde, wie er hinter ihrem Rücken über Großes ver-fügte und eine namhafte Summe seinen Verwandtenschenkte. In seltsamer und doch so häufig vorkommenderVerkehrtheit ging sie Tage ja Wochen lang mit tiefem,immer sich steigerndem Zorn in der Seele umher, undunversehens bei den geringsten Anlässen brach sie inVerwünschungen, in Schelten und Weinen aus, daßAlles zu Grunde gerichtet werde, und die Erwartung,daß Diethelm endlich selber seine geheime Schuld be-kennen würde, konnte immer schwerer in Erfüllunggehen, denn Diethelm sah nun auf Einmal Ln seinerFrau ein verändertes zänkisches Wesen, sah sich fürsein ganzes Leben an's Unglück geschmiedet und freutesich im Stillen doppelt, daß er in der Aufhülfe seinerFamilie doch noch eine Freude habe, während ihm sonstnur Leid bevorstand; er wußte doch jetzt, wofür ersolches zu erdulden habe. Dem allzeit keifenden Wesenseiner Frau setzte er unverbrüchliches Stillschweigengegenüber, und als er dies endlich brach, da die Frauihn im Beisein des Metzgers über den eigenmächtigenVerkauf eines Kälbchens hart anließ, erfuhr er endlichdie lange verhaltene Ursache vom Zorne seiner Frau.