Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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langer Pfeife, der neben dem Kastenverwalter saß undsich als den Kaufmann Gabler aus der Stadt zu er-kennen gab. Und wo drei im Vatcrlande heutigenTages beisammen sitzen, sprechen sie über die fort-schreitende Noth und Verarmung des Mittlern Bürger-und Bauernstandes. So auch ging es hier.

Leicht aber nehmen solche Gespräche eine selbstischeWendung, die mehr oder minder ausdrücklich daraufhinausläuft, sich am eigenen Wohlgefühle zu erquicken.Diethelm verstand es dabei meisterlich, eine bescheideneGroßthuerei an den Tag zu legen und als der Kasten-verwaltcr die sicheren Hypotheken lobte, gab Diethelmzu verstehen, daß er deren auch manche habe, daß ersie aber für den Handel nicht angreife,das wäreja," sagte er,wie wenn man einen Balken aus demHaus nähme, um damit Feuer auf dem Heerd zu ma-chen." Der Kastcnverwalter fand das klug und lobte dasHaus Diethelm und dieser fand ein eigenes Wohlge-sühl darin, mit Prahlereien um sich zu werfen und esdünkte ihn bald nichts als pure Wahrheit, denn es istja gleich, was man besitzen mag, wenn nur die Men-schen daran glauben, der Glaube macht selig und derGlaube macht reich. Endlich rückte der KaufmannGäbler mit seinem eigentlichen Vorsatz heraus, er warAgent einer Brandversicherungs-Gesellschaft und Diet-helm sollte die eingekaufte Waare und all seinen Haus-rath versichern. Mit überlautem Widerspruche ver-neinte Diethelm diese Anmuthung und hatte dafürallerlei unhaltbare Gründe vorzubringen, die der Kasten-verwalter mit Siegesstolz widerlegte, wobei er mit