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Abendchoral vom Thurme erschallen ließen. Diechelmachtete nicht lange darauf und die Oedigkeit undKühle, die jetzt in dem vor Stunden so menschenvollenKaufhause herrschte, machte ihn eine Weile frösteln,aber er ließ es dennoch nicht an Umsicht fehlen undder Rcppenberger versah sein Aufseheramt meisterlich.Fünf große Wagen fuhren nach Buchenberg als Diet-helm wieder in den Stern zu seiner Franz zurückkehrte,und zu neuem Aufsehen eine weitere Summe zumAufbewahren übergab. Das Innere des Hauses hattein wenigen Stunden ein ganz anderes Ansehen gewon-nen und ein Mädchen lachte in der Stube Diethelmaus, weil er es lange anstarrte, und nicht erkennenwollte; es war Franz, die in dem weißen Kleide derWirthstochter mit veränderter Haartracht in der Thatganz unkenntlich war. Diethelm schalt offen über dieseVermummung, denn theils regte sich sein Bauernstolzin ihm, theils fühlte er auch wohl wie ungemäß dieseErscheinungsart für die Fränz war. Der Wirth suchteihn zu beschwichtigen, aber eine Stimme aus der Eckerief:
„Der Herr Diethelm hat ganz recht, die gewohnteTracht ziert den Bauersmann am besten, und ist auchdie nützlichste, weil sie nicht aus der Mode kommt."
Zu seinem Schrecken erkannte Diethelm den Kasten-verwalter und doch that er rasch freundlich zu ihmund rühmte sich beim Glase sehr viel, wie stolz erdarauf halte, ein echter Bauersmann zu sein.
„Dreieckiger Hut, dreifache Versicherung, hat ehemalsbei uns gegolten," sagte ein hagerer Stammgast mit
Auerbach, Dorfgeschichten, 3. Band. 4