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Medard war nicht so großmüthig, seinem Bruder niezu sagen, was er chm sür ein Opfer gebracht; dasKind verstand dessen Bedeutung noch nicht, und alsspäter der Knabe und der Jüngling solches erkannte,war die That eine längst gewohnte, wenig beherzigte, ,wenn gleich Munde dem ältern Bruder mit kindlicherHingebung zugethan war, und cs ihm nie in den Sinnkam, eine Einsprache dagegen zu erheben, daß ihnMedard stets „Büble" hieß. Medard konnte, wennauch mit einem lahmen Fuße, seinem Geschäfte nach-gehen, die Ruhe, die es mit sich brachte, war ihmnun besonders genehm, Munde war in der Schule undMedard blickte auf die Tage, da es ihm das Kindwie mit einem Zauber angethan hatte, mit verwun-dertem Lächeln zurück und doch war etwas eingctroffen,und wer wußte, was noch daraus wird. Munde lebte,wie von selbst verstehend, im Hause Dicthclms, wiedas eigene Kind, unv es war nicht anders zu ver-machen, als Diethelm würde dem Munde gerne seineFränz zur Frau geben, denn Diethelm war wegenseiner Gutherzigkeit berühmt, die er allerdings zunächstnur aus seine Freundschaft (Verwandtschaft) anwen-dete. Munde war und blieb eben der Schäferprinz,wie ihn Medard oft im Stillen nannte. Bei all' seinerZärtlichkeit für das kleine Brüderchen und dessen großeHoffnungen, versäumte indessen Medard doch seineneinstweiligen Vortheil nicht, er wollte für alle Fällegeborgen sein, er verstand es, wie man hier erst rechtsagen kann, sein Schäfchen in's Trockene zu bringenund zwar mit so verschlagener List, daß Diethelm das