Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
35
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ein reicher Graf sei. Natürlich fehlte es auch nichtan Zeiten, wo sich Medard vor die Stirne schlug undsich selber auslachte über all die Narretheien, die erim Kopfe hcrumtrage, er war dann froh, daß Nie-mand davon wußte und schlug sich Alles aus demSinn, aber innerlich verborgen konnte er doch einegewisse Hoffnung des Unerwarteten nicht ertödten, erwußte nicht was und wie, aber doch blieb's.

Als Diethelm seine Franz geboren wurde, hatteMedard dieser schon einen Ehemann bestimmt, langebevor sie ein Wort sprechen konnte.

Munde war acht Jahre alt geworden. Es warim hohen Sommer, im Thale war abgeweidet undder Pferch begann noch nicht, Medard hatte seinensämmtlichen Schafen Schellen umgehängt, und es gingnun auf den Trieb in's hohe Waldgebirge. DasSchellengeläute währte unaufhörlich vom Morgen biszum Abend, denn die Schafe auf der Weide fressenbeständig im Gehen und stehen meist kaum so langestill, um das Gras auszuraufen; Medard war immerin wundersamer Aufregung, und er dachte mit schwerenSinnen, daß dieses der letzte Sommer sei, wo er denMunde bei sich hatte, zu Ostern mußte dieser beiStrafe endlich in die Schule.Es ist vorher ge-gangen, es muß nachher auch gehen," tröstete sichMedard, wenn er überlegte, wie er diese Trennungertragen werde. An einem Mittag, an dem die Nebelnicht von Berg und Thal wichen, saß Medard amWaldrande, an dem ein schmaler Holzweg sich hinzog,und vor ihm, den jähen Berghang hinab, weideten die