Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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diese Fertigkeit, und wenn der Knabe dann vor ihmstand und den Mund spitzte und hellauf pfiff, umfaßteMedard mit beiden Händen seine Schäferschippe nndbohrte sie tief in den Boden vor Freude. Im Herbstelockte Medard andere Knaben zu sich auf's Feld, da-mit sie mit dem Munde spielen, denn dieser kam ihmmanchmal so traurig und nachsinnend vor, so verlassenwie ein Schäfchen, das von der Heerde genommen ist,und das einsam in sich hinein jammert. Da däuchtees dann Medard, als ob sein Munde über Alle herrsche,sie beugten sich ihm ungeheißen, und alte Sagen kamenihm in den Sinn, wie ein Schäferknabe plötzlich zueinem König geworden und eine schöne Prinzessin imdiamantenen Palaste zum Ehegemahl erhielt. Erlächelte wohl über diese Sagen, er wußte ja, daßdaran kein wahres Wort sei, aber Munde war gewißzu etwas Großem geboren, wenn auch just nicht zueinem König, und dann wollte sich Medard in seinenalten Tagen das Gnadenbrod bei ihm ausbittcn undunter der Stallthür stehend glücklich sein, wenn seinBruder in der Kutsche dahiufuhr oder auf einemschönen Apfelschimmel dahcrritt. Was läßt sich nichtAlles ausdenken draußen bei den still weidenden Thieren!Medard erschien sich oft ganze Wochen wie verzaubert,Alles, was er that, kam ihm so vor, als wäre dasnur für einstweilen, nur noch jetzt, in einer Stundewird's anders, da kommt auf ein Mal ein groß Glück,und manchmal konnte er eS gar nicht fassen, daß derMunde noch so klein und jung sei und noch so langezu wachsen habe, bis er ein großer Mann, mindestens