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3 (1853)
Entstehung
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ihn mit einer Sorgfalt ohne Grenze» wartete undpflegte. Der alte Schäferle überließ ihm gerne dasKind; er war mit Allem zufrieden, wenn er nur hin-länglich Tabak hatte, um seine Holzpfeife in bestän-digem Brand zu erhalten. Medard versorgte ihn jetztmit Tabak, während er sonst oft hatte dürre Nuß-blätter rauchen müssen.

Wenn Medard manchmal dachte, daß ihm das Kindsterben könnte, fühlte er alle Haare zu Berg stehen.Stundenlang konnte er in das braune Antlitz und indie dunkeln Augen des Knaben schauen und sich nurärgern, daß dieser ihn gewiß nicht so lieb habe, wieer ihn, es wenigstens nicht darthun konnte; dann konnteer aber auch Stundenlang vor sich hin lächeln übereine einfältige oder kluge Bemerkung des Munde. Aufden salben Schäferhund, den Paßauf, war Medardoft eifersüchtig, denn der Knabe war mit dem Hundeso zutraulich und verschwendete so viel Liebe an ihn,die doch ihm gebührte. An Einer Sache hatte aberMedard stets seine ungetrübte Freude. Munde warnämlich äußerst gelehrig in der Musik. Vielleicht istes noch ein Ueberbleibsel aus den verklungenen Schal-mcienzcitcn, daß die Schäfer in der Regel kunstfertigePfeifer sind, und Medard war hierin noch ein beson-derer Meister. Er verstand nicht nur den nothwen-digcn Signalpfiff, der dem Paßauf als Commaudogalt, er konnte auch alle Vögel des WaldcS nach-ahmen und hatte noch dazu eine unerschöpfliche Quellevon Lieder- und Tanzwcisen, in denen er trillern konntewie ein Kanarienvogel. Er lehrte nun den Munde

Auerbach, Dorfgeschichten, 3,Band, 3