32
borcn wurde, verließ Medard unter Verwünschungendas väterliche Haus und betrat sechs volle Jahre dessenSchwelle nicht mehr, es war nicht Aerger wegen desErbes, da war ja nichts zu thcilen, aber Medardschämte und ärgerte sich über den nachgcborncn Sohn,daß er von seinen Eltern gar nichts mehr wissen wollte;er verdingte sich weit weg und kam erst nach sechsJahren wieder, als er auö dem Zuchthause entlassenwurde, wo er wegen einer Rauferei, in der er einenNebenbuhler erschlagen hatte, fünf Jahre gebüßt hatte.Es war ihm nun doch nichts übrig geblieben, als indas elterliche Haus zurück zu kehren. Als er zumersten Male wieder in des Vaters Stube trat, dieMutter war schon seit sechs Jahren gestorben, undwie der Vater sagte, an den Folgen der Verheim-lichung ihrer Schwangerschaft, die sie vor dem er-wachsenen Sohne verbergen wollte, da war's, als obder kleine Munde es dem Bruder wie mit Zauberangethan hätte, er umklammerte gleich beim Eintretenseine Füße und Medard ließ den schon ziemlich großenBengel oft Stunden lang nicht vom Arm herunter undtollte mit ihm umher wie närrisch, die ganze ver-haltene Bruderliebe schien auf Einmal sich zu entfaltenund eine Sühne für ein dem Gesetze nicht erreichbaresVerbrechen zu Tage zu fördern.
Diethclm that gerade um diese Zeit eine großartigeSchäferei auf und auf die Bitten des alten Schäferleund die Zureden seiner Frau nahm er den Medard inDienst, der nun von Georgi bis Michaeli im freienFelde war und stets den Munde bei sich hatte und