Augen der Geliebten, es fand sich aber noch ein Aus-weg und lächelnd sagte der Soldat:
„Dank gehorsamst, ich will warten, bis ich einmalein' Halbe mit euch trink, vor der Hand Hab ich schonnoch, um von meinem Geld ein Glas aus euer Wohl-sein zu trinken."
Mit einem Gemisch seltsamer Empfindungen reichteDicthelm dem Soldaten die Hand und stand von demVorhaben ab, dem Burschen auf strenge Weise zu zeigen,an welchen Platz er gehöre; diese geschickte, höflicheWendung und der Stolz, der darin lag, gefiel ihm.Das gestand sich Diethelm, nicht aber, daß er sich indiesem Augenblicke selber zu sehr gedemütbigt fühlte,um die Unterwürfigkeit Anderer herauszufordern. Ersagte daher nichts weiter, winkte dem Soldaten einenAbschied zu und verschwand mit Franz hinter der Thüreder Herrenstube. Der Soldat ging im Hausflur aufund ab wie ein Wachposten und seine Gedanken gingenmit ihm hin und her: sollte er auch hinein in dieHerrenstube und sich auftischcn lassen? Aber wer weiß,wozu das führt? Es sind viele Fälle möglich. DerSchluß blieb jenes letzte Mittel, das Gelehrten undUngelehrten gleich genehm ist, nämlich: vor Allem undvor der Hand nichts thun, da macht man nichts gutund nichts böse und kann getrosten Muthes und ruhigenGewissens die kommenden Ereignisse abwartcn.