fragt eine höhere Stufe anwies. Er folgte dem jungenManne, der äußerst ehrerbietig war, die Treppe hinabund als er eben die Klinke zur Herrenftube in derHand hatte, hörte er einen Soldaten unter der Haus-thüre sagen: „komm nur." Diethelm drehte sich um,die Stimme war ihm bekannt, und der Soldat fuhr fort:
„Tanz' du nur einmal, während der Zeit wirddein Vater um ein paar tausend Gulden reicher undich krieg' dich immer weniger."
„Ich weiß nicht, ob's recht' ist," sagte eine Mädchen-stimme und halb gezogen erschien Fränz auf der Schwellemit hochglnhcudem Antlitze.
„Soll ich euch aufspiclen?" rief Diethelm, sich um-wendend. Der Soldat und Fränz ließen vor Schreckdie Hände los.
Der Soldat faßte sich schnell wieder und grüßteDiethelm, dieser aber sagte:
„Du bist's? wie kommst du daher, Munde?"
„Ich Hab' Urlaub genommen und cs freut mich,daß ich auch meinen alten Herrn seh'."
„So? Willst eine Halbe trinken?"
„Freilich."
„Sieh, da hast' Geld, trink eine," und Diethelmreichte mit diesen Worten dem über und über erröthendenSoldaten einen Sechsbätzner. Der Soldat, der nichtanders erwartet zu haben schien, als Diethelm würdeihn mit zum Wein nehmen, wußte nicht, sollte er dieHand zum Faustschlag ballen oder zum Empfang derGabe darrcichen. Beides schien gleich mißlich, offeneFeindseligkeit wie die beabsichtigte Dcmüthigung vor den