Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
8
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dienten, Schmarotzer, deren ganzes Marktgeschäft imErhaschen eines Freitrunkes bestand, bah! große Männerhaben immer auch solche in ihrem Geleite und Diet-helm schritt an der Spitze seines Trosses breitspurigeinher.

Der Reppenberger, ein hagerer Bauer im zertra-gcnen blauen Kittel, mit einem schmutzigen Wochen-barte auf dem listigen Gesichte, war ehemals selbstwohlhabend gewesen, hatte sich im Schafhandelver-spekulirt" und war jetzt der gewandteste Unterhändler,dieser wollte sich an die Seite Diethelms drängen; erbot ihm eine Prise aus seiner großen birkenrindenenDose und wollte ihm allerlei mittheilen, aber Dicthelmvertröstete ihn mit herrischer Miene auf später und zogden Schultheiß von Rettinghauscn, einen mehr eben-bürtigen Genossen an sich und so trat er in die Wirths-stube, wo jetzt im halben Morgen schon voller Mittaggehalten wurde, denn an langer Tafel und an Seiten-tischen saßen Männer und Frauen und erlabten sichan Sauerkraut und Speck und gedeihlichem UnterländerWein, und was sie nicht aufspeisten, wickelten sie inein daneben gelegtes Papier und steckten cs zu sich.Da und dort war auch der Tisch zu einer Rechentafelgeworden und mit Kreide wurde der Erlös zusammen-gerechnct, denn es war schon MchrercS verkauft. Man-cher vollgestopfte Mund nickte Dicthelm zu und mancheHand legte die Gabel weg und streckte sich ihm entgegen.

Je später der Markt, je schöner die Leut," riefein Weißkopf Diethelm zu.

Kommst spät."