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„Mein Fürst und Herr! Habet die Gnade, mich nur anzuhören.Ich bin, wie Ihr seht, arm, und nähre mich von meiner Arbeit,und die Stunde ist nah', wo ich werde an die Seite des gelobtenSauet Antonius von Rimini abgerufen werden, und vor einemHöheren stehen werde als hier. Ich bin nicht so eitel, zu glauben,daß mein demüthiger Name unter denen der Patricier zu finden sei,welche der Republik in ihren Kriegen gedient haben — auf dieseEhre kann nur der Hohe, der Adelige, der im Glück Gcborne An-spruch machen; wenn aber das Wenige, das ich für mein Vater-land gethan habe, auch nicht im goldenen Buche verzeichnet steht,so ist es hier doch geschrieben;" — er deutete auf seine Narben —„diese Wunden, von den Türken mir geschlagen, mögen eben soviele Bitten sein, die ich an die Milde des Senats richte."
„Du schweifst von deiner Sache ab. Was begehrst du?"
„Gerechtigkeit, mächtiger Fürst. Sie haben den einzigen kräf-tigen Zweig des welkenden Stammes mit Gewalt abgebrochen —-haben den einzigen Gefährten meiner Mühen und Freuden, dasKind, welches mir die Augen, hofft' ich, schließen würde, wenn esGottes Wille ist, mich abzurufen, dieß Kind, das noch jung ist,sowohl an Jahren als an Grundsätzen der Redlichkeit und Tugend,das noch unerfahren ist, dieß haben sie all' der Verführung undSünde, der gefährlichen Gesellschaft der Galeeren ausgesetzt."
„Ist das Alles? Ich hätte gedacht, deine Gondel wäre inüblem Zustande, oder es handle sich um dein Recht in den Lagunen!"
„Ist das Alles!?" wiederholte Antonio und blickte in bittererSchwermuth umher. „Doge von Venedig / es ist mehr als dasgebrochene Herz eines alten, beraubten Mannes tragen kann?"
„Geh' nur, nimm dein goldenes Ruder und Kette, und zieh'zu deinen Kameraden im Triumphe ab. Sei froh, daß du einenSieg davongetragcn, der dir nach Aller Urtheil unerreichbar war,und überlaffe die Interessen des Staates Denen, die weiser sindals du, und fähiger, für dieselben zu sorgen."
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