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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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alt, und das Glück hat mich nie verwöhnt. Für meine Bedürfnissereicht hin, was die Lagunen mit der Hilfe des heiligen Antoniusmir bieten. Aber es ist in deiner Macht, die letzten Tage einesalten Mannes glücklich zu machen, der Deiner in redlichem, wohl-gemeinten Gebete immer gedenken wird. Gib mir mein Kind zu-rück und verzeih' einem zerrissenen Vatcrherzen diese Dreistigkeit."

Ist das nicht derselbe Mensch, welcher uns heute schon we-gen eines jungen Rekruten zur Last fiel!" rief der Fürst, überdessen Gesichtszüge jene gewohnte Zurückhaltung zuckte, welche sooft alle menschlichen Gefühle verbergen mußte.

Derselbe," sagte kalt eine andere Stimme, welche Antoniowohl kannte. Sie kam vom Signor Gradenigo.

Mitleid mit deiner Unwissenheit, Fischer, bemeistert unserenZorn. Nimm deine Kette und geh'!"

Antonio's Auge war unbeweglich. Ehrfurchtsvoll kniete ernieder, faltete seine Hände auf der Brust und sagte:

Mein Elend hat mich kühn gemacht, gefürchteter Herr! Wasich sage, kommt aus einem geängsteten Herzen, nicht von einer frechenZunge, und ich flehe, daß Euer fürstliches Ohr mit Nachsicht höre."

So rede kurz, denn die Spiele erleiden schon Verzug."

Mächtiger Doge! Reichthnm und Armuth haben eine weiteKluft zwischen uns gestellt, Kenntnisse und Unwissenheit haben sienoch weiter gemacht. Meine Rede ist roh, und schickt sich nichtfür diese erhabene Versammlung. Aber, Signore, Gott hat demFischer dieselben Gefühle gegeben, und dieselbe Liebe für seine Kinder,wie dem Fürsten. Sollt' ich mich hier auf meine Gelehrsamkeitverlassen, so müßt' ich stumm bleiben, aber ich habe eine Kraft dainwendig, die mir Muth macht, zu den Vornehmsten und Edelstenvon Venedig zu reden, wenn es das Glück meines Kindes gilt."

Du kannst die Gerechtigkeitspflege des Senats nicht an-klagen, alter Mann, und kannst nichts mit Wahrheit Vorbringengegen die anerkannte Unparteilichkeit der Gesetze."