Dieß unerwartete Ablehnen erregte allgemeines Erstaunen, undeine augenblickliche Pause entstand. ,
„Du hast den Kampf doch nicht unternommen, Fischer, ohnenach dessen Preis zu trachten? Recht aber hast du, daß der goldeneSchmuck zu deinem Stande und deinem täglichen Mangel nichtrecht passe» würde. So trage ihn für jetzt, weil es gut ist, daßJedermann die Gerechtigkeit und Unparteilichkeit unserer Entschei-dung sehe; nach den Spielen aber bringe ihn meinem Schatzmeister,und er soll dir dafür geben, was deinen Wünschen mehr ent-sprechen wird; ein solches Verfahren ist nicht ohne Beispiel, undsoll auch dießmal stattfinden."
„Erlauchter Fürst! Freilich habe ich nicht ohne Hoffnung aufBelohnung meine alten Glieder in so hartem Kampfe versucht.Aber nicht Gold, noch die Eitelkeit, mich unter meinen Kameradenmit diesem glänzenden Schmucke zu zeigen, hat mich vermocht, dieVerachtung derGondeliere und daSMißfallen der Großen zu ertragen."
„Du irrest dich, Fischer, wenn du glaubst, daß deine gerechteEhrliebe uns mißfallen habe. Es ist uns lieb, einen hochherzigenWetteifer in unserem Volke zu bemerken, und wir ergreifen allegeeigneten Maßregeln, diesen aufstrebenden Sinn, welcher Ehre demStaate und unseren Küsten Glück bringt, zu ermuntern."
„Ich bin nicht so anmaßend, meine armen Gedanken denenmeines Fürsten gegenüber zu stellen," erwiederte der Fischer; „abermeine Angst und Scham bewogen mich, zu vcrmuthen, daß die edlenund stattlichen Herren lieber einen Jüngeren und Reicheren hättenmit dieser Ehre geschmückt gesehen."
„Du mußt das nicht glauben. Beuge denn deine Kniee, damitich dir den Preis ertheilen kann. Um Sonnenuntergang wirst duin meinem Palaste Diejenigen finden, welche dir für den Schmuckein entsprechendes Geschenk geben sollen."
„Hoheit!" sagte Antonio, den Dogen ernst anblickend, derabermals voll Erstaunen mit seiner Bewegung inne hielt, ,fich binDer Brarv. 10