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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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473
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II. Antiquarische Aufsätze. 47 3

Bald aber verstanden cs die Christen nicht alsonnd jcmehr ihre Religion in vielem Andern Aber-glaube ward, mußte sic es auch in diesem Stückwerden. Statt in der Lehre von der Auferstehungbei den schönen Ideen zu bleiben:das Saamen-korn, das in die Erde fallt, muß ersterben: wasgesäet wird, ist nicht die Frucht die hervorgeht,sondern Eine der Art, die Gott aus der Naturdes Saamens hcrvorbringt: unser Fleisch und

Blut können ins künftige Reich nicht eiugehn u. f."statt solcher klaren Stellen mißbrauchte man andre.Man wollte mit der runzlichcn Haut umgeben seyn,die ins Grab gelegt würde und in diesem sei-nem Fleisch Gott schauen. Das Feld der Ge-beine Ezechiels kam also vor Augen und so wurdendie Schlafkammcrn christlicher Gräber sehr bald zuBehältnißortcn heiliger Eadavcr, die, wie sie da la-gen, auf die Auferstehung harrten. Viele unter ih-nen waren Märtyrer gewesen; der Leichnam, andem sie gelitten hatten, war heilig und der Vereh-rung wcrlh. Er ward besucht, er ward ausgestellt,er that Wunder: Gerippe und Knochen kamen alsomehr als jemals in die Achtung der Menschen.*)Da Key den Griechen und Römern es keine em-pfindlichere Strafe gab, als unbcgraben zu seyn

*) S. die ersten Bücher von Hringbi Rorna snd-isrrnnea (kom. i6z>.) wo man stehet, wie vie-les in der Geschichte des Christenthums um Leich-name und Gräber sich windet und von ihnenausgeht.