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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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413
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II. Antiquarische Aufsätze 418

viellciche nicht ist/ in den Händen der Kunst abergewiß nicht seyn dürste.

Nicht aber die Bequemlichkeit allein, um de-tenwilsin der Mensch doch schon viel thuk; die Wahr-heit selbst scheint den gräßlichen Bildern zu wider-sprechen , in denen Kinder und Schwache sich so ger-ne den Tod denken. Wenn unsre Alltagsdichter im,mer und immer vom Todeskampf, vom Brechen derAugen, vom Röcheln, Starren, Entsetzen und Er-bebe» als vom Tode singen: so ist dieses Misbrauchder Sprache: denn nicht Tod ist dies, sondern Krank-heit. Habe ich nun wohl von der Anmuth des Ha-fens Begriff gegeben, wenn ich ihn mit den Stür-men des hohen Meers verwirre, aus denen er ebenrettet, die vor seiner sanften Ruhe schweigen? Ge-setzt, daß wir zu diesem sichern Hase» auch nur durchKlippen und Strudel, auf einem engen Pfade ge-langten , welcher Feige wollte sich nicht zum Ziel sei-ner Reise auch durch sie hindurch wagen?

Siehe die natürlichsten Arten des Todes an;tritt an die Leiche eines rosigen Kindes, eines Jüng-lings, dem sein letzter Athem hinwegschwand, einerGeliebten, die fast ohne es zu wissen, hinüber schlum-merte, eines Greises endlich, der wie Simeon sichsein Sterbelicd sang; wo ist bei diesen Tobten derdürre Knochenmann? wo das Gespenst mit der furcht-baren Hippe? oder die Furie, mit welcher der Kran-ke auf seinem Bette soll gekämpft haben? Ein sanf-ter Augenblick kam, ein Augenblick des EnschlasinSund nicht mehr Erwachens, der Stille, die kein Ge-räusch, der Ruhe, die kein Unfall mehr störet. 'Auchbei den gewaltsamsten Zerrüttungen der Krankheit