II. Antiquarische Aufsätze.
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Erster Brief.
Der Gedanke, „Tod sei den Griechen in der„Vorstellung ihrer Kunst nichts als ein Jüngling,„gewesen,, der in ruhiger Stellung mit gesenktem„trübem Blick die Fackel des Lebens über dem Lcich-„nam auslöscht," dieser Gedanke hat so etwas Be-ruhigendes und Sanftes, daß wir uns gern bei ihmverweilen. Sie können also glauben, daß ich derLessingschcn Abhandlung*) vom Titel an, der unsdies anmuthige Bild zeigt, bis ans Ende mit einerAufmerksamkeit gefolgt bin, die sich bei der reichenGelehrsamkeit dieses Mannes und bei den Grazienseiner Schreibart von Blatt zu Blatt vermehrte.
Wir leiden unter einer Menge natürlicher undnothwendiger Uebel; warum sollten wir uns nochunnöthige und künstliche schaffen? Die Schale desTodes, sie scy bitter oder süß, wartet Zeit genugauf uns; warum wollten wir,. ehe wir sie kennenmüssen, sie uns im Vorgeschmack erbittern, und unsmit einem Phantom schrecken, das in der Natur
*) Wie die Alten den Lob gebildet? Berlin 176g.