II. Antiquarische Aufsätze. 40b
begleite, daß cs eine Linie gebe, jenseit welcher derSterbliche, wie ein Verrückter, der vom Mittelpunktseiner Starke hinweg ist, aus Tiefe in Tiefe stürztund aus Ungemach in Ungemach sich walzet, dies istnicht nur Herodots Bemerkung, sondern die Leh-re aller Zeiten und Völker.
Denn wie wenige, auch große und berühmteMenschen giebts in der Geschichte, die Maas zu hal-ten wußten und also auch bis ans Ende ihres Lebensglücklich waren! Die meisten verkannten jene strah-lenfeine Linie, über welche die Nemesis nicht hin-auslaßt, und so war das Alter die Widerlegung ih-rer Jugend, die Jugcyd ein sehr übles Gerüst zumkommenden Alter,
Soll die Geschichte der Menschheit je lehrendwerden: so weihe sie der Geschichtschreiber keinem
andern als der Nem e sis u n d dem Schick-sal! Diesem in allen Dingen, die über der Machtder Menschen liegen und dennoch nach ewigen, unssehr wohl erkennbaren Gesetzen regiert werden; jenerin allen menschlichen Dingen , in denen sich nur diewachsame, bescheidene Klugheit schützet, jeder Unver-stand aber selbst verderbet.
Auch deswegen liebe ich dich, du guter alterHomer! daß du allen deinen, dem Anscheine nachrohen, Heldengestalten dieses jedem Sterblichen zu-ständige Maas in Unternehmungen und im Glück,mit weiser dämonischer Hand zuwogst. So wie duJeder deiner Gestalten ihre Stufe an Geistes- undLeibesgaben, und solchen gemäß sogar ihr Schicksal