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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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377
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II. Antiquarische Aufsätze. 277

bei ihrem ersten Einfall in Griechenland ihres Sie-ges so gewiß gewesen, daß sie ein Stück Parische»Marmors zum Trophäum schon mit sich schleppten.Sie wurden bei Marathon geschlagen, flüchteten mitvielem Verlust in die Sümpfe oder ins blutige Meer;eben aber aus dem zurückgclassencn Marmor (so er-zählte das glückliche Mahrchen) ward diese Statuegemacht. Konnte der Künstler aus diesem stolzenMarmor, aus dieser unreifen Trophäe etwas Höhe-res und Schöneres als die Göttin bilden, die allenstolzen Ucbcrmuth, alle kecke Siegesfreude vor demSiege, ja jedes prahlende Wort, jeden phantasti-schen Hochmuts! hasset. Durch die Plauderei) derPerser war sie beleidigt; sie war cs also gewesen,die das Rad des Glückes gewandt und den für nichtsgeachteten Athenienscrn den glänzendsten Sieg, diestolzeste Freiheit verschafft hatte. Wem als ihremTempel gebührte also das vereitelte Siegesdenkmalder Perser? In Rhamnus stand es vom SiegesfcldeMarathon nicht weit entfernt: die Attribute der Ve-nus waren Bilder, die zu Sieges - und Friedens-bildern leicht gemacht oder gedeutet werden konnten; *)

Daher erklären sich nun die Hirsche, die derSchüler Phidias, wahrscheinlich als fliehende,der Krone der Göttin anbildete: ein schimpf-liches Denkmal der Flucht der Perser. Dahererklärt sich auch die Sage, daß diese Nemesis,wie die Venus eine Tochter des Meers hieß.Denn waren die Feinde und mir ihnen die Neme-sis nicht vom Meer hergekommen? mußen jenenicht dahin blutig zurückflichn? Auch wird hie-