Z76 II. Antiquarische Aufsatze.
sprachen,*) so stimrneten sie darin überein, daß sie inrOlvmp den Namen der Nemesis trage; und sietrug ihn mit Recht, da die vergötterte Mutter ohneUnwillen es nicht ansehen konnte, wenn ein fre-cher Barbar, dessen Hauptcharakter auch im Homerleichtsinniger Uebermutb ist, ihre schöne Tochter zurSchmach der Griechen entführte. Mit diesem Namenwar also die Kunstgestalt der Nemesis als einerschönen Göttin gegeben: denn die, die als eineSterbliche dem Jupiter selbst Liebe eingeflößt hakte,die durch ihn die Mutter Dioskuren, ja des schön-sten Weibes auf Erden worden war, sie konnte auchunter den Unsterblichen nicht anders als schön gebil-det werden. So erscheint Leda - Ne mesis, Adra-stea - Helena , Hclena - Rhamnusis in ih-ren Abbildungen; ihr Ernst mischte sich dieser Tra-dition nach mit aller liebreizenden Anmuth.
Noch aber nennet das Mahrchen einen Umstand,der für Athen die Idee des umbildenden Künstlersüber seinen Nebenbuhler am gewissesten triumphircndmachte; eS war die Materie, aus der angeblich dieseBildsäule genommen war. Diese Perser nämlich,führt Pausanias bei dieser Statue an, **) waren
*) Eine derselben erzählte sogar, daß die Umarmung,die die Dioskuren erzeugte, zu Rhamnusselbst geschehen sey. Daher in spätern ZeitenLeda, ja Helena selbst den Namen derRh a m n u si sc h e n Göttin erhalte», S.Span heim zu Callimach.
**) Lrric. c. 3Z.