II. Antiquarische Aufsätze. 373
thciisch, verzogen, verwandelte dieser seine Bildsäulein eine Nemesis, und weihcte sie nicht nachAthen, sondern nach Rhamnus. Phidias halfseinem vor allen andern geliebten Schüler die Arbeitvollenden; daher die Statue für ein Werk des Phi-dias galt und da Bcnus der Inbegriff weiblicherSchönheit war, empfing Nemesis von ihr nichtnur ihre holde Gestalt, sondern auch ihre lieblicheAttribute. *) Auf dem Haupt hatte sie eine Krone,an welcher Hirsche und andre Siegeszeichen gebildetwaren; in der linken Hand trug sie den Zweig voneinem Apfelbaum, in der rechten eine Schale, aufwelcher Äthiopier abgebildet standen. **) Das war
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") Manche subtile Deutungen dieser Symbole (z. E.Winkelmann. Allegor. S. Sh. u. a.) werdenentbehrlich, sobald man bedenkt, daß die Statueursprünglich eine Venus seyn sollte. Daß dieseGöttin mit einem Zweige, einer Blume, einemApfel oder sonst etwas Lieblichem vorgcstellt wur-de, ist bekannt. Die Schale hatte Venus viel-leicht als die Tochter des Meers (wenn wir dieDeutung Pavsanigs dabei nutzen wollen) vielleichtauch in einer andern Bedeutung, Wenn derKünstler Acthiopier darauf bildete; so wissen wir,daß die Götter gern bei den unschuldigen Äthio-piern als Gaste waren, so wie Pindar es auchvon den schuldlosen Hyperboreern ansührt, haß sie,die immer in Freudenmahlen lebten, dabei dieNemesis scheuten. Vielleicht waren also an dieserSchale, die selbst ans Gastmahl erinnerte, solche