Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
Entstehung
Seite
371
Einzelbild herunterladen
 

II. Antiquarische Aufsätze.

3qr

diesem philosophischen Nichtmaas, können wir unssicher durch nlle jene Bedeutungen wagen, welche derSprachgebrauch oder die Dichtkunst der Griechen demWort beilegte; wir werden wahrnehmcn, daß sie sichauch in ihren Abweichungen um Eine und dieselbeIdee winden.

Wenn z. B. die lasterhafte, die freche Klytam-nestra ihres eignen Sohnes des todten Orestes spottet,an wen konnte sich seine liebende, traurende Schwe-ster wenden, als an die Göttin, der jeder frecheStolz, gegen Lebendige und Lobte grauelt: *)

Her' o Nemesis! höre den Jüngstverstorbencn!"

und da die ausschweifende Mutter darauf zu sagenwagt:

Sie hörte, wen sie sollt' und entschied gerecht:"

so bleibt Elektra bei ihrem Sinne:Schmähe nur:denn du bist glücklich."

Auf gleiche Weife warnt Herodot, so wie vorund nach ihm Philosophen und Dichter den Glück-lichen für Uebermuth; indem sic ihn an die verder-bende Gottheit oder an den Neid des Schicksals er-innern. **)

*) Llecir. V. 7gz. (Du, Nemesis des nun gestor-benen, höre!) H.

**) Wesseling. Lik Herocloi, p. Ig, 8g. Vnlleeneer e'p.. x. ur6. 5g. Oorvil. Ldsiiton

Aas