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II. Antiquarische Aufsätze.
In tun alten Gedichten, die HesioduS Na.men trugen, kommt Nemesis schon als ein pcrso-nisicirtcs Wesen und zwar in der zwiefachen Bedeu-tung vor, die sich, wie cS scheint, bei den Griechenerhalten*). Sie und die Schaam verlassen die Welt,nachdem die Bosheit der Menschen aufs höchste ge-stiegen war; mit weiffcm Gewände die schönen Glie-der bedeckt, steigen sie zu den Göttern hinauf undhinterlassen den Sterblichen nichts als schwere Sor-gen und ein rettungsloses Elend. So dichtet Hcsio-dus in einem seiner Gedichte**); in dcrTheogoniehingegen, die offenbar aus mancherlei Sagen zu-
sam-
*) Diese doppelte Bedeutung hangt nicht davon ab,daß Nemesis von und p-cwwm abgeleitet
werden kann oder mit beiden Begriffen, demrechtmäßigen Verrhcilen und dem Miß-fallen über Unrecht in Verwandschaft ste-het; sondern vom Gebrauch des Wortes selbst, dasin gutem oder bösen Verstände genommen, aucheinen verschiednen Sinn geben Muß. Sein Grund-begriff ist allerdings das Vertheilen
nach G er echt! gkeit! das p5^5g-«5<l,, dasZürnen über unbillige Vertheilungist davon abgeleitet. Da dieser Z orn nun an denNeid grenzen kann: so sind beide oft mit einan-der verwechselt worden, bis eine feinere Denkartdie Begriffe und Kunst endlich die Nemesiszu einem strengen, aber sehr edeln Wesen um-schufen.
**) 198.