der Weg gebahnt, durch eignes Aufmerkcn undNachdenken zu dem Ucbrigcn fortzuschrutcn, und dasMangelnde zu ersetzen. Will man aber von ästhe-tischer Schönheit sprechen, ehe man den Dichtergrammatisch versteht: so kann man manche ange-nehme, aber keine richtige Gefühle haben, auchnicht leicht dazu je gelangen.
Durch das Gesagte, welches aus den Herdcr-schen Aeußerungen zusammcngestellt ist, werden auchmanche Urtheile über Ausleger und Commcntatorenin die gehörigen Schranken zurück gewiesen. Durcheine Reihe dieser dienstfertigen Gelehrten, dieseit dem erneuerten Studium der Alten mehrereZeitalter durch auf einander gefolgt sind, ward al-les das Einze'nc nach und nach hcrbeigcführt, wei-terhin zusammcngestellt, geordnet, verbessert, berich-tiget , immer zu größerer Vollständigkeit und Voll-kommenheit gebracht, was zu jenem richtiger» Ver-stehen des Ganzen, im Geiste des Dichters, nö-thig war; und noch sind sie die Lehrer, welche dirkleinen Lücken unsrer Kenntnisse außfüllen müssen.Der Gelehrte, der einen Theil seines Lebens Ei-nem Schriftsteller geweihet hat, muß vieles ausge-fanden, bemerkt, verglichen, verdeutlichet haben,was dem, der ihn nur einmal, oder nur wenigeMale las, unbemerkt geblieben scyn kann; Feh-ler begehet man nur darin, wenn man mit trägemHingebcn bei dem Commentar stehen bleibt, eignes