Vorrede.
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jueignen möge, ist der Zweck lind Inhalt seinerBriefe.
Das Angeführte stellt Herders Sinn in dasdeutlichste Licht, und entfernt aste Misdcutung. Esverstehet sich von selbst, daß jenes Aufsuchen derSituation nicht den Anfang vom Lesen und Ver-stehen machen kann; und daß daran nicht eher zudenken sey, als bis der Leser das Einzelne, Wort,Bild, Satz, Form und Farbe richtig gefaßt undverstanden, und sich in den Geist des Dichters undseines Gedichtes gesetzt hat; dieses aber ist nich^aus einem mangelhaften, dunkeln, auf Errathcngebauten, Verstehen des Driginals möglich. Sonstfaßt du ein fremdes, tauschendes Bild deiner, nichtdes Dichters, Phantasie auf, legst die erträumteSituation unter, und bringst wieder durch sie indas Einzelne des Inhalts einen ganz andern Sinn,als in der Seele des Dichters, in seiner Darstel,lung und Sprache lag; ein Fall, der so häufigbei den Lesern eintritt, welche die Alten blos ausUebersetzungen, seyen es die besten, verstehen undbeurtheilen wollen,
Es bleibt also bei der alten Lehre: ehe mandas Ganze übersehen will, muß man das Einzelnegefast und verstanden haben. Aber das Einzelnezu fasten, gehört gründliche Sprachkundc, Kenntnißdes Altcrthums, des Dichters, des Zeitalters, und