266
Aeltcste Urkunde
Sie war so recht aus dem Wasscrstrom des Jahr-hunders empergeguollcn: mit einem Fingerhur allge-meiner Philosophie verstehn wir, wovon wir keinWort verstehn! verstehn im Einzeln nichts; imGanzen aber Alles! Herrliches Recept der Hiero-glyphenmeisheit für ein so philosophisches Jahrhun-dert, wie wir sind.
Bemühen sich also die Herrn ein paar Schrittenaher: wenn Hieroglyphenschrift nach aller warbur-tonschen Kunst entstand, woran entstand sic? worinübte sie sich zuerst? Etwas weniges muß es gewe-sen seyn! leicht abzubilden! leicht zu behalten! —-Kurz, erträumen laßt sich das nicht: das ganzeAlterthum sagt: Wissenschaften Hermes!
und die alle aus einem Hieroglyphenbilde!-
Freilich warS, wie man das bisher nahm und ver-stand, der lauterste Unsinn. Sieben Wissenschaftenaufeinmal? die verschiedensten, die schwersten, wo-mit sich je menschlicher Geist beschäftigen konnte,zu Anfänge? dazu die unsichtbarsten und abstrakte-sten zur Schreibekunst die ersten ? Das wollte keinemin den Kopf. Man schrie Fabel! Fabel! oder fa-belte selbst arger, als es das Altcrthum je gethanhatte. Mich dünkt, das verschwindet jetzt ziemlich:wir sind an der Schwelle des ersten Versuchs derHieroglyphenkunst, und sehet da das simple,leichte Vorbild!
Hier, spricht der Hierophante, diese Figur, undsie bedeutet — Alles, was wir gesehen haben, Göt-ter und Schöpfung! Natur und alle er-