Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 5 (1827) Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts ; 1
Entstehung
Seite
166
Einzelbild herunterladen
 

i66

Aelteste Urkunde

Kräften, Anwendungen und Reizen; zugleich Sinn-bild und Inbegriff der ganzen sichtbaren und un-sichtbaren Welt! So wäre für uns die großeSchöpfung Gottes!

Hieher also Dichter und Künstler! hierdaß größte Ideal und Vorbild eurer Kunst vomHimmel hinunter! Ein Gemälde des sanftestenund unermeßlichsten Inhalts, Natur in Ruheund Natur in Bewegung, das sich zuletzt inder herrlichsten Bildncrkunst voll Kraft, Bewegung,Rathschluß, Bedeutung und Schönheit im Gottes-bilde, dem Menschen, endet.

Gott schuf den Menschen, sein Bild,

Zum Glcichniß Gottes schuf er ihn,

Er schuf ihn, Mann und Weib!

Da steht er! in all seinem Göttlichen! Gleich-nis Gottes und der Natur! Inbegriff aller Rege,Schöpfcrskraft und Wirkung! studirt ihn, zeichnetseine Gestalt, wie die Sonn' im WassertropfenAlle eure Götter, Helden und Göttinnen, weß Al-ters, Zeichens, Stellung, Bedeutung sie seyn mö-gen äisjsati iriölnbrs poetas! und das höchsteaus aller Welt gesammelte Engelsideal, wie's etwaPlato-Winkelmann träumen, und Apelles - Ra-phael mit einem zitternden Zuge schaffen kannVenus Anadyomcne und Apollo wirds nimmer wer-den: nur schöne Schattenbilder diese, in EinerGestalt oft tiefgencigte Schatten am Untergange derSonne lasset Künstler und Dichter, wie Bienen,