Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 5 (1827) Aelteste Urkunde des Menschengeschlechts ; 1
Entstehung
Seite
17
Einzelbild herunterladen
 

k

des Menschengeschlechts. 17

stehen konnten! Fand dieser für gut, ein Gcmahldeder Schöpfung nach seinem Sinn in Ordnung undTagewerke zu stellen warum sollts nicht jedemunserer Zeit Beflissenen frei stehen, Welten undSonnen zu schaffen und zu dichten, wie er wolle!Menschlicher Verstand mag für den menschlichen Ver-stand arbeiten, von ihm, wenn er irret, wieder zer-arbeitet werden daß aber alle diese Spinncnwe-ben einem uralten Heiligthum angehanger und das-selbe damit übcrsponnen werden müsse, an dem sieso viel Haltung haben dürsten, als am julianischenoder gregorianischen Kalender daß dieser Kalenderendlich gar ewiges Urbild und Fachwerk werde, indas jedes neue System neuer Worte sich stopfeihr Götter und Menschen, was kann daraus erfol-gen, als ewige Zerstümmelung dieser Urkunde, undzugleich gewaltsamste, grausamste Unter-drückung des menschlichen Geistes? Sohoch der Himmel über der Erde: so hoch, aber auchso verschieden, duldend und allumfassend wird Got-tes System über jedem menschlichen Ge-webe bleiben: was ists denn, daß diese Ameise

und Erdschwalbe am Himmel nisten und bauen will?und daß sie gar nicht anders als da bauen solle!

IH. Endlich aber gar Physik und Metaphysikaus dem Verstände Gottes, um Newtonsund Leibniz Physik und Metaphysik darnach zu ka-stigiren ich wüßte nicht, was über den theologi-schen Unsinn ginge ? Habens da die weisesten Theo-logen nicht eben am sorgfältigsten gesagt, wie we-nig man in der Bibel Offenbarungen unserer Gril-

Hcrders Werke i.Rel.o.Theol. V, B