des Herausgebers.
XV
jenen ehrwürdigen Resten der Urwelt schrieb : die mu-thigen Angriffe auf verschied»ne, den Ausländern abge-borgte Lieblingsmcinungcn der Zeit in Religion, Ge-schichte, Philosophie und Politik, die man zur Denk-art der Nation zu machen suchte: seine Bestreitungeinzelner Behauptungen verschiedener bei Leben schonbeinahe kanonisirter Gelehrten: seine eigene Ideen überorientalische Poesie, welche die ganze seitherige theo-logische Auslegungsarc derselben auf einmal und fürimmer daniederwarf, so manches geliebte Dorurtheilüber Natur und Geschichte des menschlichen Geisteszerstreute, so viele neue Ansichten und Aufschlüssedarüber verhieß : — endlich der feurige, empfindungs-volle, oft regellose Styl des Verfassers, der gegen daskalt-gravitätische Phlegma so sonderbar aufficl, wel-ches Man damals für den besten Ton des theologi-schen Vortrags, so wie diese GemüthsstimmUng selbstfür die einzig richtige bei solchen Untersuchungen undfür das sicherste Präservativ gegen die so sehr ge-fürchtete Influenza der Schwärmerei zu halten pflegte:— alles dies ließ zum voraus erwarten, daß demkaum dreißigjährigen Autor ein so unsanftes Rüttelnaus dem Schlummer hergebrachter Begriffe, eine soverheerende Invasion in das so wohl geebnete Ge-biet der Dogmatik, der Exegese und beiläufig derPhilosophie, ein so störender Querstrich durch denWeg, den man die Religion und Theologie führenwollte, schwerlich verziehen haben würde. *) Die Er-
*) Einige der gemachten Borwurfe mögen, als zurGeschichte des Buches und der damaligen Kritikgehörig, hier in der Note stehen: „er wolle, hießes, die Vernunft unterdrücken und bei Auslegungder Bibel einzig das Gefühl gelten lassen; er ver-