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den unterhalb des Dorfes St. Agata — Ghita's jetzigem Wohn-orte — gelegenen Felsen nehmen konnte.
Bei diesem neuen Plane hatte Raonl eine doppelte Absicht vorAngen. Zwischen Sicilien, Malta und Neapel waren beständigenglische Schiffe unterwegs, und da die nach Norden bestimmtengerade bei diesem Vorgebirge dem Lande nahe kommen mußten,so mochte ihm seine Stellung erlauben, falls sich am nächstenMorgen ein paffendes Schiff in der See draußen zeigte, mit demwiederkehrenden Tage einen plötzlichen Schlag auszuführen. Dannhoffte er von Ghita wenigstens ein Zeichen zu erhalten, das sei-nem Herze» immer so theuer war, oder vielleicht, daß gar Liebeund Besorgnis' sie an den Strand herabführen und ihm eine aber-malige Zusammenkunft verschaffen würde.
So groß war die Gewalt einer Leidenschaft, welcher sich Raonlmit derselben Rückhaltlosigkeit hingab, die man vielleicht vonschwachmüthigercn und weniger entschlossenen Männer» erwartethätte — denn unter ihrem Einflüsse wird sich selbst der Heldnur wenig von dem gewöhnlichen Haufen unterscheiden.
Die paar letzten Tage und Nächte hatten Offiziere und Mann-schaft des Luggers, so wie dessen Kommandant, in einer Aufregungund Besorgnis' verlebt, welche Alle die Nothwendigkeit des Schlum-mers um so dringender empfinden ließ. Jthnel hatte schon eine Stundein seiner Hängematte geschlafen, und Raonl dachte nun ernstlichdaran, seinem Beispiele zu folgen. Er gab daher dem junge» Lieu-tenant, der den Dienst auf dem Verdeck hatte, die nöthige» Instruc-tionen, und verfügte sich dann in seine Kajüte, wo er in wenig Mi-nuten allen Hoffnungen und Besorgnissen der Gegenwart entrückt war.
Alles schien sich zu vereinigen, um den Lugger und die Absich-ten seines Kommandanten zu begünstigen. Der Wind ließ allmählignach, bis nur noch ein schwaches Lüftchen herrschte, das gerade hin-reichte, um das Schiff in seinem Kurse zu erhalten: das Kräuselndes Wassers verschwand, und nur das lange, schwere Anschwcllen der