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14 (1853) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
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ich bis jetzt gesagt habe, geschah nur deßhalb, damit du michin einer Sache, die du, wie ich weiß, für wichtig hältst, nichtfalsch bcurtheilen mögest."

Ach, Raonl, du verstehst dich nur wenig auf das Herz einesWeibes. Wenn deine Gewalt über mich schon heute so groß ist,daß sie mich der heiligsten meiner Pflichten beinahe untreu macht,was würde dann erst ans ihr werden, wenn sich die Liebe desMädchens in die Alles verzehrende Hingebung der Gattin ver-wandelt hätte! Ich finde es jetzt schon schwer, die Liebe zu Gottmit dem mächtigen Gefühl, das du in meinem Herzen entzündethast, zu vereinen ein Jahr der Ehe würde mich in größereGefahr bringen, als ich dir in Worten anszndrücken vermag."

So ist also die Furcht für dein Seelenheil stärker als deineirdischen Neigungen?"

Nein, Raonl, das ist es nicht. Ich bin, hoffe ich, nichtfeig noch selbstsüchtig, was meine eigene Person betrifft, auchdenke ich keineswegs an die Strafe, die mich wegen einerHeirath mit einem Ungläubigen treffen könnte: was ich am meistenfürchte, ist daß ich mit der Zeit Gott weniger lieben könnte,als ich ihn jetzt liebe oder als ich, ein Geschöpf Seiner Gnade,ihn lieben sollte."

Du sprichst, als ob der Mensch mit dem Wesen, welches dnverehrst, rivalisiren könnte. Ich habe immer geglaubt, die Liebe,die wir für die Gottheit und jene, welche wir zu einanderhegen, seien ganz verschiedener Natur; ich sehe also keine Noth-wendigkeit, warum sie einander widerstreiten sollten."

Nichts kann ungleicher sein, als jene beiden Gefühle, Raonl,und dennoch kann eines das andere schwächen, wenn nicht garzerstören. O, wenn du nur daran glauben könntest, daß deinErlöser dein Gott ist; wenn dn nur für seine Liebe kalt sein undnicht so thätig gegen ihn anftrcten wolltest, so könnte ich immernoch ans Besserung hoffen; aber ich darf nicht alle meine irdischen