unter einem niederen, natürlichen Bogen hinläuft, denn dasWasserbecken innerhalb hat den freien Himmel über sich, undgleicht einer künstlichen Aushöhlung, welche man absichtlich zumSchuhe für Boote errichtete, und wobei die natürliche Durchfahrtals Eingang benützt wurde.
Mochte übrigens der Ursprung dieses kleinen Hafens sein, wel-cher er wollte — die Kunst hätte jedenfalls keinen passenderen oderversteckteren Zufluchtsort ersinnen können, als unsere Flüchtlingeihn hier in dem entscheidensten Augenblicke fanden. Hatte manerst den Bogen hinter sich, so war das Boot selbst am Hellen Mit-tag vor seinen Verfolgern wirksam geborgen, und Niemand, dernicht ganz genau mit den Eigcnthümlichkeiten des Einganges be-kannt war, hätte sich träumen lassen, daß ein Boot hinter denFelsen des kleinen Vorgebirgs gleichsam begraben liegen könnte.Ghita sowohl als ihr Oheim fühlten jetzt keine weiteren Besorg-nisse; Erstere aber kündigte Raoul an, daß sie zu landen beab-sichtige, indem sie ihm versicherte, daß sie ihren Weg bis zudemFußpfade, der nach St. Agata führte, recht gut zu finden wisse.
Der verzweifelte Charakter der neulichcn Jagd, die fast wun-derbare Art, wie er dem Tode entronnen war, so wie die Noth-wendigkeit, sich von seiner Geliebten zu trennen, stimmten unserenHelden traurig, wenn nicht gar verdrießlich. Er konnte Ghitanicht anffordern, seine Gefahren noch länger mit ihm zu theilen;und doch fühlte er, daß wenn er sie jetzt ziehen ließe, die Tren-nung vielleicht eine ewige werden könnte.
Gleichwohl machte er keine Einwendung, sondern ließ das Bootunter Jthnels Aufsicht zurück, und half Ghita die trichterförmigenAbhänge des Wasserbeckens hinauf, indem er sich anschickte, sieauf ihrem Wege bis zur Straße zu begleiten. Carlo ging demPaare voran, nachdem er seine Nichte benachrichtigt hatte, daß sieihn in einer Beiden wohlbekannten Hütte am Weg finden würde.
Die Dunkelheit war nicht so groß, daß das Gehen sonderlich