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14 (1853) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
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doch holt, mein Kind; etwas Weniges kann ich dennoch für dichthun. Dieser Sack enthält Gold. In der Hoffnung, daß er mirbehilflich sein konnte, die meiner harrende Strafe abzuwenden,wurde er mir von einem Verwandten zngefendet- Zu jenem erstenZwecke ist er mir jetzt unnütz; bei deinen einfachen Sitten aberkann er dir eine behagliche, sorgenfreie Existenz sichern."

Mit überströmenden Angen schob Ghita das Gold bei Seite,und drückte nur das Kreuz an die Brust, das sie wieder undimmer wieder mit glühenden Küssen bedeckte.

Nicht so nicht so, Großvater," sprach sie,ich bedarf dessennicht und wünsche es nicht. Dieß hier ist genug; das will ichbis zu meinem letzten Athemznge treu bewahren. Auch das Schiffwill ich verlassen; ans deiner Nähe aber werde ich nicht weichen.Ich sehe viele Boote versammelt; auch das meinige wird dortseinen Platz finden. Meine Gebete sollen für dich zum Himmelemporsteigen, so lange du noch am Leben bist, und auch nachdemdu geschieden, werde ich deiner jeden Tag in meiner Andachtgedenken. Es bedarf nicht des Goldes, Großvater! um dir einerTochter Gebet dadurch zu erkaufen."

Voll innigen Gefühls betrachtete Don Francesco das fromme,liebliche Mädchen: dann drückte er sie noch einmal an's Herz undgab ihr laut und zu wiederholten Malen seinen Segen.

Plötzlich hörte man von dem Foudroyant den Schlag einerGlocke herübertönen, der von allen benachbarten Schiffen, eng-lischen wie neapolitanischen wiederholt wurde. Als kundigerSeemann wußte Caraccioli, daß es jetzt halb fünf Uhr war; umfünf Uhr sollte seine Hinrichtung stattfinden. Er fand es dahernöthig, seine kaum gefundene Enkelin zu entlassen, um noch einigeMinuten allein mit seinem Beichtvater znznbringen.

Der Abschied war feierlich, aber zärtlich; als Ghita die Kajüteverließ, war ihrem verurtheilten Großvater nicht anders zu Mnthe,als ob er für immer einem schon längst geliebten Wesen Lebewohl