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täusche dich in diesem furchtbaren Augenblicke nicht dadurch, daßdu den Schatten für das Wesen selber hältst! Was für einenUnterschied kann es machen, auf welche Art wir den Tod erleiden,wenn er uns die Pforten des Himmels öffnet? Schmerz, das weißich gewiß, kannst du nicht fürchten, selbst ich, die ich nur einschwaches Mädchen bin, würde ihn verachten; welche andere Ehrekann uns in der Stunde des Todes zu Theil werden, als die, derGnade und Barmherzigkeit Gottes würdig erachtet zu werden?Caraccioli oder Lazzarone — Fürst oder Bettler — das wird nachVerfluß von zwei Stunden keinen Werth mehr für dich haben,und so laß mich dich demüthig bitten, deine Gedanken auf dieje-nige Stufe herabzustimmen, welche sich für alle Sünder ziemt."
„Du sagst, du seiest meine Enkelin, Ghita — die Tochter mei-nes Sohnes Francesco?"
„Das bin ich auch, Signore, wie Alle mir sagen — wie meinHerz mich belehrt — nnd wie ich mit Zuversicht glaube."
„Und diese Ansichten erscheinen dir unwürdig — oder wenndir dieß besser gefällt, ungeziemend — für einen so feierlichenMoment, und die Art des Todes willst du selbst bei einem Krie-ger für gleichgültig erklären?"
„Verglichen mit seinen Hoffnungen auf den Himmel — imLichte seiner eigenen Gebrechen und der Verdienste seines Erlösersbetrachtet — ja, Großvater."
„Und willst du — auf der Schwelle des Lebens stehend unddie ganze Welt mit Allem, was die Zukunft bietet, vor deinenBlicken ausgebreitet — mich dennoch zum Schaffote begleitenund der spottenden Menge in's Gesicht bekennen, daß du deinDasein von einem Verbrecher ableitest und dich nicht schämst, ihnals Verwandten anznerkennen?"
„Ja, Großvater — deßhalb bin ich ja gekommen," gab Ghitastandhaft zur Antwort. „Verlange aber nicht, daß ich dein Leidenmit ansehen solle! Alles, was ich thnn kann, um deine Schmach
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