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Brust den Funken elterlicher Zuneigung, um dir dadurch die Früchteseiner Gnade und seines Erbarmens mit dem bußfertigen Sünderschon im Voraus anzudentcn. Erkenne diese Güte in deinem Her-zen: es kann dir in deinem letzten Augenblicke Trost gewähren!"
„Heiliger Priester, ich hoffe so — doch was hat dieß zu be-deuten ?"
Don Francesco empfing ein Papier ans der Hand eines Dienersund las hastig dessen Inhalt; die Welt und ihre Gefühle wurzeltennoch zu fest in seinem Herzen, um in einem Augenblicke darausvertilgt zu werden. In der That, seine Gefangennehmnng, Unter-suchung und Verurtheilnng waren so plötzlich erfolgt, daß es keinWunder war, wen» der Priester selbst in einem so ernsten Augen-blicke seinen Geist zerrissen und getheilt fand. — Der Gefangeneließ das Haupt ans die Brust sinken und fuhr mit der Hand überdie Augen, als ob er eine ungeziemende Schwäche verbergen wollte.
„Sie haben mir mein Gesuch abgeschlagen, Vater," sprach er,„und ich muß gleich einem ehrlosen Verbrecher sterben."
„Der Sohn Gottes litt auch am Kreuze und hing zwischenzwei Verbrechern."
„Ich glaube, es liegt weit weniger Wahrheit in diesen An-sichten, als wir zu denken gewöhnt sind; dennoch ist es grausamfür einen Mann, der die höchsten Aemter bekleidete — für einenFürsten — einen Caraccioli, gleich einem Lazzarone zu sterben!"
„Großvater!"
„Hast du gesprochen, Kind? Es sollte mich nicht wundern,wenn diese Schmach dich mit Entsetzen erfüllte."
„Es ist nicht dieß, Großvater," fuhr Ghita fort, indem siealle Zweifel von sich abschüttelte und mit hochgerötheten Wangenund einem im Abglanze des heiligsten Gefühls strahlenden Gesichteemporschaute — „v, cs ist nicht dieß. Wenn ich mein Leben fürdas deinige zum Opfer bringen könnte — mit Freuden würde iches zu diesem Zwecke hingeben: aber höre meine Bitte, Großvater —